Blutegeltherapie

 

 

Das erste Schriftstück über die Blutegeltherapie und deren Indikation wurde in Indien erfasst. In Europa verfasste Nikander von Kolophon (200 bis 131 v. Chr.) als Erster Berichte über die Hirudo-Therapie. Über Griechenland, Rom, Arabien wurde die Blutegeltherapie in Deutschland in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts bekannt. Im 19. Jahrhundert wurden Blutegel bei jeder Erkrankung angewendet, weshalb sie durch den enormen Verbrauch fast ausstarben.

In Russland werden die Blutegel bereits seit dem 11. Jahrhundert regelmässig angewendet und erforscht. Die meiste Literatur über Blutegel ist deshalb in russisch zu finden.

Je nach Behandlungsgrund werden unterschiedlich viele Blutegel verwendet. Bei Katzen und kleinen Hunden werden max. 2 kleine Blutegel angesetzt, bei grösseren Hunden max. 3 kleine oder 2 grosse. Aufgrund der Grösse bei Pferden werden mind. 5 Blutegel angesetzt.

Der Biss des Blutegels ist kaum spürbar. Einige Sekunden später tritt durch die Einspeichelung ein leichtes Brennen ein. Der Blutegel gibt dabei blutverdünnende Enzyme, Entzündungshemmer, antibio-tische und schmerzlindernde Stoffe ab. Sobald sich der Blutegel voll gesogen hat, fällt er von selber ab.

Es wird nie ein Blutegel zwei mal verwendet. Sie werden immer "frisch" bei Hirumed bestellt.

Eine Indikation ist gegeben bei:

  • Sehnenentzündungen und -risse

  • Gallen

  • Arthrose

  • Spat

  • Hufrehe

  • Abszesse

  • Prellungen

  • Quetschungen

  • Hämatome (Blutergüsse)

  • Muskelverspannungen

  • Einschüsse

  • schlecht heilende Wunden

  • Satteldruck

  • Nervenschäden

  • Hüftdysplasie

  • Blutohr


Keine Behandlung bei:

  • Blutgerinnungsstörungen

  • Allergie gegen den Speichel des Blutegels

  • Anämie

  • Trächtigkeit


Nach der Behandlung kann es bis zu 4 Stunden nachbluten. Dies ist normal. Bei den Pferden einfach trocknen lassen und am nächsten Tag abspülen. Bei Hunden und Katzen werde ich die Bissstellen an Beinen und Pfoten einbinden um sekundäre Infektionen zu vermeiden.

Es kann sein, dass an den Folgetagen eine Erstverschlimmerung oder -besserung eintritt. Erst nach ca. 2 Wochen ist der "Normalzustand" erreicht. Nach der Behandlung kann ein Juckreiz und eine Rötung auftreten.

Eine Behandlung dauert ca. 90 min. und wird je nach Behandlungsgrund mehrmals wiederholt. Sie erfolgt immer am Standort des Tieres.